Die Sache mit den Exklusivdeals

Die Firma Epic-Games, die mittlerweile durch Fortnite deutlich an Relevanz und Kapazitäten gewonnen hat, sichert sich für sich für ihren eigenen, digitalen Spiele-Store immer mehr Exklusivdeals mit großen Publishern, erst kürzlich wurde bekannt, dass Borderlands 3 ebenfalls ein halbes Jahr exklusiv im Epic-Store verfügbar sein wird. Dieses Vorgehen stößt bei vielen PC-Spielern auf heftige Kritik, oft wird der Launcher als unfertig und unsicher bezeichnet, da ihm im Vergleich zu Steam viele Features fehlen und er beispielsweise die Festplatte von Nutzern nach Daten von Steam durchsucht.


Um sich eine Community aufzubauen und die Käufer längerfristig an sich zu binden, greifen Publisher gerne zu exklusiven Angeboten, die es sonst nirgendwo anders gibt, siehe Uplay, Origin und Battle.net. Grundsätzlich ist Exklusivität also nichts Neues und auch schon vorher haben es einige Spieler als nervig empfunden nur für Spiel X nun wieder einen anderen Launcher starten zu müssen, doch nie war der Protest so stark wie bei Epic Games - Wo liegt also der Unterscheid?

Grundsätzlich werden die oben genannten Plattformen von den Publishern selbst betrieben und vertreten meist, bis auf wenige Ausnahmen, auch nur deren Spiele. Epic hingegen probiert direkt mit dem Platzhirsch Steam zu konkurieren indem es Spiele aller Entwickler und Publisher bei such aufnimmt. Das ist für die Entwickler insofern attraktiv, dass sie dort einen geringeren Prozentsatz (12%) an den Store abdrücken müssen als bei Steam (30%), es bliebt also mehr für die übrig die tatsächlich ihr Herzblut in das Spiel gesteckt haben. Zudem entfallen bei Epic zusätzliche Gebühren bei der Nutzung der Unreal-Engine (diese wird von Epic programmiert). Klingt soweit ja ganz gut, welcher Spieler hätte schließlich was gegen faire Vergütung der Kreativen? Doch dann begann Epic seinen Exklusivdeal-Feldzug und sicherte sich ein Spiel nach dem anderen, zuerst nur kleinere Indie-Titel. Als Epic jedoch begann sich Exklusivdeals mit größeren AAA-Publishern wie beispielsweise Ubisofts 'The Division II' zu organisieren, finden die ersten Spieler an sich zu beschweren. Da Ubisoft seine Spiele aber sowieso immer ebenfalls auf der hauseigenen Plattform veröffentlicht und auch Steam meist nur auf diese weiterleitet, hielt sich der Frust der Spieler in Grenzen.

Als allerdings am 28. Januar, also gerade Mal 2 Wochen vor Release, bekannt gegeben wurde das Metro Exodus exklusiv für den Epic Games Store erscheint, braucht dies das Fass zum Überlaufen. Metro Exodus hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine eigene Seite auf Steam und viele Spieler hatten bereits vorbestellt (Vorbestellungen, dazu sollte Ich vielleicht auch mal was schreiben! Muss Ich mir merken). Steam selbst grätschte dann dazwischen und blendete eine Notiz auf der Steam-Seite des Spiels ein, statt es von Steam zu entfernen. Diese besagte, dass die Entscheidung das Spiel von Steam zu entfernen unfair gegenüber den Spieler sein. Die Reaktion der Spieler darauf war massives Reviewbombing der vorherigen Teile der Spielereihe sowie wütende Kommentare auf allen möglichen sozialen Medien, oft auch gegen die Entwickler gerichtet, auch wenn diese oft nur am Rande an der Entscheidung beteiligt sind - Oft ist der Vertrieb eines Spiels alleinige Sache des Publishers.

Eine Frage bleibt aber: Warum sind die Nutzer überhaupt so sauer? Epic nimmt die Spiele ja nicht weg, sie werden nur auf eine anderen, ebenfalls kostenlosen Launcher verschoben. Abgesehen davon, dass die Nutzer es natürlich als dreist empfinden wenn ihnen ein bereits vorbestelltes Spiel vor der Name weggeschnappt wird, bietet der Epic Games Store, wie bereits eingangs erläutert, deutlich weniger Komfortfunktionen als Steam. Beispielsweise die ganzen Sozialfunktionen oder der Workshop. Natürlich nicht, denn Steam gibt’s bereits seit mehr als zehn Jahren. Dazu kommen noch die ebenfalls zu Beginn erwähnten Datenschutzprobleme: Einige Nutzer haben herausgefunden das der Epic Games Launcher zahlreiche Daten von der Steam-Installation des Nutzers abfragt, beispielsweise die Freundesliste, die Spielebibliothek sowie Spielzeiten & Spielstände. Des weiteren wird auf DLL-Datein anderer Programme zugegriffen. Tim Sweeney, der CEO von Epic Games, bestätigte auf Reddit das die Steamdaten ohne Zustimmung des Nutzers ausgelesen werden. Schon vorher wurde die Sicherheit bei Epic Games kritisiert, so gab es bereits Lücken im Android-Installer von Fortnite und Nutzer berichteten von vielen Mails über fehlgeschlagene Anmeldeversuche.

Viele Nutzer fühlen sich aufgrund der Exklusivdeals 'genötigt' den Store zu nutzen der außer ebend dieses Exklusivdeals nicht viel aufzuweisen hat. Dem kann Ich mich nur anschließen (Achtung, jetzt kommt meine subjektive Meinung): Der Epic-Store ist Steam aktuell was generellen Komfort & Sicherheit angeht deutlich hinter Steam - Und wenn Ich mir eine dicke Spielebibliothek zusammenkaufe möchte Ich nicht, dass diese in den Händen anderer landet. Zudem halte Ich das ungefragte eingreifen in die Daten von Steam sowie die sehr agressive Methode der Nutzerbeschaffung über Exklusivdeals eher kundenunfreundlich. Nutzer über Exklusivdeals dazu zu bringen einen Store zu nutzen der ansonsten verhältnismäßig unfertig ist halte Ich für falsch. Gegen generelle Exklusivdeals habe Ich nichts, die Vorgehensweise die bei Metro Exodus angewandt wurde halte Ich allerdings für falsch. Aber wie sagt man so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft, vielleicht legt sich Steam jetzt mal wieder etwas mehr ins Zeug - Mit Neuerungen sah da in letzter Zeit nämlich auch etwas mau aus.

Was denkt ihr? Gefällt euch der Epic-Store? Denkt ihr er könnte Steam an den Kragen gehen? Scheibt es mir gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße, Felix