Warum Cannabis zu legalisieren mehr Leben rettet als jegliche Strafverfolgung

Politik Apr. 22, 2019

Oft höre Ich, auch in meinem Freundeskreis, das Cannabis doch legalisiert werden solle. Ich selbst habe weder legale noch illegale Drogen konsumiert und habe auch nicht das Verlangen danach, allerdings halte Ich es wirtschaftlich und gesellschaftlich ebenfalls sinnvoller Cannabis zu legalisieren. Meist wird als Argument aber nur angeführt Cannabis sei ja gar nicht so schlimm und solange Alkohol und Zigaretten legal sein sollte Cannabis das auch sein. Doch das Argument ist zugegeben etwas wackelig (auch wenn das der Gegenseite nicht besser ist), daher möchte Ich Heute einmal genau aufzeigen weshalb Ich der Meinung bin das Cannabis legalisiert werden sollte.


Cannabis als Einstiegsdroge

"Cannabis ist eine Einstiegsdroge, eine Legalisierung würde auch dem Konsum harter Drohen anfachen" hört man besondern häufig. Dabei fängt der Einstieg in die den Drogenkonsum schon viel früher an: mit Zigaretten & Alkohol. Jugendliche die schon vor dem 16 Lebensjahr anfangen zu rauchen haben ein deutlich höheres Risiko ebenfalls illegale Drogen zu konsumieren (Quelle). Grundsätzlich hält das Gesetzt kaum jemanden davon ab illegale Drogen zu konsumieren, wer Drogen kaufen möchte findet einen Dealer, teilweise wahrscheinlich sogar einfach als eine Möglichkeit an legale Drogen zu kommen. Und wer einmal einen Dealer gefunden hat kommt von dort auch schnell weiter an neue Kontakte für härtere Drogen, das wäre nicht der Fall wenn Cannabis staatlich kontrolliert verkauft werden würde wie Alkohol oder Zigaretten. Abhängige nehmen häufig Drogen, um ihren Problemen zu entfliehen, aber Drogen lösen diese Probleme nicht, sondern werden selbst zu einem. Menschen für ihre schlechte Art der Problembewältigung zu bestrafen, ändert nichts an den zu Grunde liegenden Ursachen. Sucht sollte nicht als Straftat sondern als Krankheit angesehen werden. 2001 hatte Portugal mit einem der schlimmsten Drogenprobleme in Europa zu kämpfen und wagte in der Verzweiflung genau das: Drogenbesitz & Konsum wurde entkriminalisiert & die Strafverfolgung eingestellt. Stattdessen wurde ein gigantischen Anti-Drogen-Programm ins Leben gerufen. Wurde jemand mit Drogen erwischt wurden ihm Therapien empfohlen, Drogenkonsum wurde als Krankheit behandelt. Das Ergebnis: Die Anzahl an Menschen die Drogen ausprobierten stieg zwar an, aber die Menge an Langzeitkonsumenten viel bis 2012 von 44% auf 28%, der Konsum harter Drogen nahm ebenfalls ab, genauso wie Todesfälle durch Überdosierung (Quelle). Legalisierung ist also eher Schutz der Konsumenten und der Gesellschaft.

Quelle: Foundation for Economic Education

Staatliche Kontrolle

Häufig wird als Argument angeführt das Cannabis Psychosen auslöst und den Konsumenten so schadet. Es müsse also als harte Droge behandelt werden, sowas könne man nicht legalisieren. Eine Studie hat gezeigt, dass der Anteil an THC, dem Bestandteil von Cannabis der Psychosen fördern soll, in den letzten Jahren gestiegen ist während der Anteil an CBD, welches dem entgegenwirkt und sogar zur Behandlung von Psychosen verwendet wird, abgenommen hat. Dies ist allerdings kein Grund für eine Prohibition sondern ein Argument dafür: THC wirkt den von den Konsumenten gewünschten Rausch hervor, wenn die Pflanze also mehr THC beinhaltet, können die illegalen Händler mehr Wirkstoff auf einmal transportieren. Logischerweise werden die Pflanzen dann entsprechend gezüchtet. Auch während der Alkohol-Prohibition in den USA wurde mehr hochprozentiger Alkohol konsumiert (Quelle). Die Menschen haben auch dort trotz Prohibition nicht aufgehört zu trinken, es erhöhte sich nur die Konzentration. Statt Cannabis zu verbieten sollte man es legalisieren und staatlich kontrollieren, beispielsweise mittels eines CBD-Mindestwertes. Statt Unmengen an Ressourcen in die Fahndung sollte man den Konsum für die Konsumenten sicherer machen. Den illegalen Organisationen wird gleichzeitig die Existenzgrundlage entzogen. Die größte Gefahr für die Gesundheit entsteht wahrscheinlich durch die Streckmethoden der Verkäufer - Anders als bei Tabak & Alkohol.

Klar, Cannabis ist und bleibt eine Droge. Wie bei jeder Droge, ob legal oder illegal, gibt es dementsprechende negative Auswirkungen auf den Konsumenten. Legalisierung schützt potentielle Konsumenten besser als Kriminalisierung und Verfolgung (und ist gleichzeitig noch ganz nett für die Steuerkasse :P).